Liebespuppen Materialkunde

Gummipuppen – Materialkunde

Gummipuppen werden heute aus verschiedenen Materialien hergestellt:

Polyvinylchlorid (PVC) – Weichplastik
So ziemlich alle Gummipuppen haben einen Körper aus Plastikfolie. Wie bei jedem anderen aufblasbaren Plastikgegenstand werden sie aus verschiedenen Teilen zusammengeschweißt. In der untersten Preiskategorie kommt dann noch ein Aufdruck hinzu und fertig ist die Gummipuppe. In der nächsten Kategorie sind Weichplastikteile auf den Kunststoffkörper aufgeschweißt. In der Regel ein Gesicht und die Brüste. Diese Teile sind aus unterschiedlichen Materialkompositionen gefertigt und daher unterschiedlich weich und von der Oberflächenstruktur beschaffen.

Sehr angenehm fühlt sich zum Beispiel die „Brigitte Sex Doll“ an, deren Körper aus vergleichsweise dicker Folie produziert wurde, um eine höhere Stabilität zu gewährleisten und über große Brüste und ein Gesicht mit Haren verfügt. Hierfür wurde weiches, glattes Material verwendet, das zum Spielen einläd. „Bridget“ hingegen ist aus etwas dünnerer Folie hergestellt und nur das Gesicht mit den Haaren ist aufgesetzt. Dieser Aufsatz ist aus einer Art Schaumstoff mit Kunststoffüberzug hergestellt. Das sieht zwar ganz nett aus, ist aber bretthart. In weiter oben liegenden Preiskategorien werden immer mehr Teile eingebaut oder aufgesetzt. In der Regel die Vagina, der Po, Hände und Füße.

PVC kann mit so ziemlich jedem Azeton-freien Reinigungsmittel gereinigt und desifiziert werden. Als Gleitmittel kann auch annähernd unbegrenzt alles am Markt befindliche verwendet werden, insofern man dies möchte. Vor allem der Vaginaeinsatz wird gern aus besonderen Kunststoffkompositionen hergestellt, die nachfolgend vorgestellt werden:

Loveclone™, Magic Flesh™, Cyberskin™, Realistic™,
UR3™ (Ultra Realistic), Futorotic™, Nature Skin™, Soft Skin™

Verschiedene Namen für ein und das selbe… – Weichplastik; Thermoplastik Variationen sind die Basis aller Produktlinien wie Loveclone, Cyberskin, UR3 und vielen anderen. Dieses Material wird typischer Weise für Kunstvaginas, Brustwarzen und anderen Teilen einer Gummipuppe eingesetzt. Es ist in der Regel recht massiv verarbeitet und macht einen „labbrigen“, eben Haut-ähnlichen Eindruck. Zum Teil sind diese Materialien sehr porös und daher relativ schlecht zu desinfizieren. Daher ist beim „Sharing“ auf ausreichenden Gesundheitsschutz (Kondom!) zu achten. Dieses Material ist oftmals nicht sonnenlichtbeständig (neigt zu Verfärbungen) und nicht besonders reißfest, daher sollte es mit besonderer Sorgfalt und Vorsicht behandelt werden. Zur Reinigung empfiehlt sich milde, antibakterielle Seife und warmes Wasser. Als Gleitmittel sollten die dem Produkt beiliegenden Mittel verwendet werden, da diese auf das Produkt abgestimmt sind.
Alternativ sind wasserbasierende Gleitmittel geeignet (Silikon- oder Öl/Petroliumbasierende Gleitmittel zersetzen dieses Material!!). Zum Schutz kann Talkum Puder verwendet werden.

Jelly – Weichplastik
Ähnlich wie Loveclone/Cyberskin usw. ist Jelly ein Thermoplast, oftmals halbdurchsichtig und relativ dick verarbeitet. Es riecht ölig und fühlt sich auch ölig an – daher der Name Jelly. Um seine einzigartigen Eigenschaften zu erreichen werden Phthalate eingesetzt, bei denen es Bedenken bezüglich der Gesundheit gibt. Um sicher zu gehen sind auch hier – auch wegen der Porösität – Kondome zum Schutz empfohlen. Es gelten die selben Rahmenbedingungen wie bei Cyberskin & co, also warmes Wasser und milde, antibakterielle Seife zur Reinigung, wasserbasierende Gleitmittel – und als Besonderheit: Unbedingt separat trocknen, das Material neigt dazu sich mit anderen Kunststoffen, vor allem anderen Jelly Produkten inniglich zu vereinen….

Latex – Gummi
Latex wird heute nur noch selten für die Herstellung von Gummipuppen verwendet, obwohl es eigentlich das „richtige Gummi“ ist. Es ist sehr dehnbar und bei richtiger Pflege sehr haltbar. Latexprodukte müssen vor Licht geschützt aufbewahrt werden, idealer Weise gut mit Talkum gepudert. Zur Reinigung eigne sich auch hier milde antibakterielle Seife und warmes Wasser. Latex kann ebenfalls porös sein, daher ist auch hier Vorsicht beim „Toy-Sharing“ geboten. Als Gleitmittel sind auch hier wasserbasierende Produkte empfohlen. Als Besonderheit ist zu erwähnen, das Latex ein Material ist, gegen das es Allergien gibt, die im schlimmsten Fall einen allergischen Schock auslösen können. Insofern ist dies vor dem Erweb einer Latexpuppe beim Hausarzt zu testen (nicht nur wegen der Gummipuppe, auch Kondome, OP-Handschuhe und vieles mehr werden aus Latex hergestellt!

IsoFoam™ – Schaummaterial
IsoFoam ist ein Schaummaterial, das zur Dämmung von Häusern entwickelt wurde. Isofoam Produkte sind monolithische Isulationssysteme. Es handelt sich um ein Drei-Komponentensystem speziell behandelter Fiber, einem anorganischen Binder, und einem organischen Schaumbinder. Bei Einsatz einer Gummipuppe, befindet sich das Material unterhabl einer Weichplastikhülle und sorgt für Formstabilität, die bei Berührung nachgibt, ähnlich wie Schaumgummi, jedoch zäher. Puppen aus diesem Material sind nicht aufblasbar, es sind “Vollkörperpuppen”. Die Reinigung und Pflege sowie die Gleitmittel hängen von dem Obermaterial ab. Ist dies nicht bekannt empfiehlt sich milde, antibakterielle Seife und warmes Wasser zur Reinigung sowie wasserbasierende Gleitmittel.

Silikon
Puppen aus diesem Material sind ebenfalls in der Regel nicht aufblasbar, sondern „Vollkörperpuppen“. Silikon ist ein „inert“-Material, von dem nicht anzunehmen ist, das es mit anderen Materialien chemisch reagiert bzw. mit dem Körper des Benutzers reagiert. Derzeit sagt man, das es das „unbedenklichste“ Material für Sextoys aller Art ist. Silikon, das 100% medizinischen oder lebensmittelspeziefischen Ansprüchen genügt, ist hypoallergenisch, hygienisch, kochbar, bleichbar, und sogar Spülmaschinenfest. 100%tiges Silikon kann mit jedem gebräuchlichen Reiniger und mit jedem gebräuchlichen Gleitmittel verwendet werden – geht es doch kaputt, war die Aussage 100% Silikon unzutreffend.

  1. #1 von Toni am 12. Dezember 2015 - 13:26

    Ich danke Ihnen für diesen interessanten Beitrag. Unglaublich wie viele unterschiedliche Materialien für diese Puppen verwendet werden können. Das Thema ist aufgrund der verschiedenen Beschaffenheiten der Materialien nur noch interessanter.

(wird nicht veröffentlicht)