Archiv für März, 2010

Liebespuppe am Galgen

Gummipuppe beim Faschingsumzug

Liebespuppen
Alle zwei Jahre findet bei uns am Faschingssonntag ein Faschingszug statt. Drei Orte wechseln sich mit dieser Veranstaltung ab. Nicht nur örtliche Geschehnisse und Honoratioren werden auf die Schippe genommen, sondern auch die große Politik (national und international).Vereine, Gruppierung und Einzelpersonen aus der ganzen Region nehmen an diesem Spektakel teil. Wenn auch der Faschingszug in unserem Heimatort der größte ist, haben in dem Nachbarort ca. 45 Wägen und zahlreiche Fußgruppen teilgenommen. Auch eine Gruppe unseres örtlichen Sportvereins hat sich entschlossen dabei mitzuwirken. Nach langen Überlegungen, vielen Besprechungen haben wir obwohl es anfangs schwer war ein Thema zu finden, uns auf eines geeinigt.

Nach Themen wie Fußballweltmeisterschaft oder Spongebob Schwammkopf haben wir uns letztlich dann dafür entschieden, einen Wagen unter dem Motto „Finanzkrise“ zu bauen. Die Idee hatte natürlich, wie könnte es anders sein, unser Kassier. Am Anfang unser Überlegungen wollten wir nur eine Fußgruppe stellen mit evtl. einen Handwagen. Dieser Handwagen ist dann ganz schnell gewachsen und hat sich von einem kleinen Anhänger, gezogen von einem Quad, zu einem ausgewachsenen Trecker mit langem Hänger gemausert. Dank eines befreundeten Fuhrunternehmers hatten wir ein große, geheizte Garage zum Bau unseres Gefährts zur Verfügung. Mit viel Liebe zum Detail wurde nun gebohrt, geschraubt und gedübelt. Dann kamen die Mädels zum Einsatz: schließlich mußte das ganze noch bemalt und mit aussagekräftigen Sprüchen versehen werden. Nachdem der Wagen in Form eines Schlosses (ein bescheidenes Heim für die Vorstandsvorsitzende von den Banken) gebaut war, stand die Frage wie wir am besten darstellen konnten, dass wir als Manager uns einen Dreck um die Arbeiter scheren. Dabei wurde die Idee geboren einen Arbeiter an einem Galgen aufzuhängen. Da wir aber natürlich nie einen Menschen hängen würden, haben wir uns darum bemüht, eine Gummipuppe zu bekommen, die dann vom Galgen baumelt.

Jetzt haben wir noch bögenweise Spielgeld aus der Stanzung gedröselt, bis uns die Finger weh taten. Dabei hatten wir unsere ganzen Familien eingespannt. Dieses Geld war nötig um es so richtig mit vollen Händen auszugeben. Aber immer noch hatten wir keine Idee, wer oder was von unserem Galgen baumeln sollte. Zum Glück haben wir dann im Internet eine Puppe gefunden und auch von Ihnen zur Verfügung gestellt bekommen. Diesen Arbeiter haben wir in ein einfaches Hemd und eine einfache Hose gesteckt. „Der war uns ja nicht wirklich wichtig.“ Wir selbst haben uns so richtig in Schale geschmissen. Anzüge, Krawatten und die Damen in sensationellen Outfits. Zwar hatte unsere Kleidung schon einen etwas ausrangierten Touch – was aber für unser Thema genau richtig war. Doch nicht nur Geld haben die siebzehn Leute von unserem Wagen geworfen, Konfetti und Bonbons waren auch dabei.

Zwischendurch gab es auch ein Schnäpschen für die durchgefrorenen Zuschauer und natürlich auch für uns. Nach einer lustigen Fahrt durch den Ort haben wir uns zum Aufwärmen und Unterhalten über die vielen Themen des diesjährigen Faschingszugs noch im Wirtshaus getroffen und somit diesen Sonntag mit viel Gelächter ausklingen lassen.

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